Wohnfläche bei Dachschräge berechnen: kurz gesagt
Unter einer Dachschräge zählt die Grundfläche nach der Wohnflächenverordnung voll, wo der Raum mindestens 2 m hoch ist, zur Hälfte zwischen 1 m und 2 m und gar nicht unter 1 m. Ein Zimmer von 5 × 4 m mit 0,5 m Kniestock und 45 Grad Dachneigung hat so 20 m² Grundfläche, aber 15 m² Wohnfläche.
So messen Sie unter der Dachschräge
- Messen Sie die Grundfläche des Raums auf dem Boden, zwischen den fertigen Wänden: ab Putz oder Verkleidung, mit Fußleisten.
- Suchen Sie die Stelle, an der die Schräge genau 1 m über dem fertigen Fußboden liegt, und die Stelle, an der sie 2 m erreicht. Messen Sie dafür senkrecht vom Boden nach oben.
- Messen Sie von der Wand unter der Schräge bis zu diesen beiden Stellen. So bekommen Sie zwei Streifen entlang der Schräge: unter 1 m und von 1 m bis 2 m.
- Rechnen Sie jeden Streifen aus: Länge des Raums mal Breite des Streifens. Der Streifen unter 1 m zählt nicht, der Streifen von 1 m bis 2 m zur Hälfte, der Rest voll.
- Hat der Raum auf beiden Seiten eine Schräge, messen Sie beide Seiten. Eine Gaube oder Nische messen Sie mit und teilen sie nach derselben Höhe auf.
Das Beispiel aus dem Rechner
Das Zimmer ist 5 m lang und 4 m tief. Die Wand unter der Schräge, der Kniestock, ist 0,5 m hoch, das Dach steigt mit 45 Grad, also um 1 m auf jeden Meter. Nach 0,5 m ist die Schräge 1 m hoch, nach 1,5 m schon 2 m. Die flache Decke liegt auf 2,5 m.
Von 20 m² Grundfläche bleiben 15 m² Wohnfläche. Liegt dasselbe Zimmer unter einem Satteldach mit der Schräge auf beiden Seiten, sind es nur noch 10 m².
| Zone | Grundfläche | Angerechnet | Wohnfläche |
|---|---|---|---|
| Ab 2 m lichter Höhe | 12,5 m² | voll | 12,5 m² |
| Von 1 m bis unter 2 m | 5 m² | zur Hälfte | 2,5 m² |
| Unter 1 m | 2,5 m² | nicht | 0 m² |
| Zusammen | 20 m² | 15 m² |
Kniestock und Dachneigung: woher die Zonen kommen
Wie breit die Streifen sind, hängt von zwei Maßen ab: der Höhe des Kniestocks und der Neigung des Dachs. Je flacher das Dach, desto langsamer steigt die Schräge und desto breiter werden die Streifen, die nur halb oder gar nicht zählen.
Die Tabelle zeigt es für einen Kniestock von 0,5 m und ein Zimmer von 5 × 4 m mit der Schräge auf einer Seite. Ist der Kniestock 1 m hoch oder höher, gibt es keinen Streifen unter 1 m; ab 2 m zählt die ganze Fläche voll.
| Dachneigung | Breite unter 1 m | Breite 1 m bis 2 m | Wohnfläche 5 × 4 m |
|---|---|---|---|
| 30 Grad | 0,87 m | 1,73 m | 11,34 m² |
| 35 Grad | 0,71 m | 1,43 m | 12,86 m² |
| 40 Grad | 0,6 m | 1,19 m | 14,04 m² |
| 45 Grad | 0,5 m | 1 m | 15 m² |
| 50 Grad | 0,42 m | 0,84 m | 15,8 m² |
Wenn der Raum nirgends 2 m hoch ist
Ein niedriges Zimmer unter dem First, zum Beispiel ein ausgebauter Spitzboden, erreicht nirgends 2 m. Dann zählt höchstens die Hälfte, und auch hier fällt der Teil unter 1 m weg. Ein Raum von 5 × 4 m mit 1,8 m an der höchsten Stelle und einem Streifen von 0,4 m unter 1 m hat 9 m² Wohnfläche.
Ein Dachboden, der nur als Abstellfläche dient, ist ein Zubehörraum. Er gehört nach § 2 der Verordnung gar nicht zur Wohnfläche, egal wie hoch er ist.
Treppen, Schornsteine, Gauben und Balkone
- Eine Treppe mit mehr als drei Steigungen ziehen Sie samt Treppenabsatz ab (§ 3). Eine kleine Treppe mit bis zu drei Stufen zählt mit.
- Ein Schornstein oder ein freistehender Pfeiler kommt nur weg, wenn er mehr als 0,1 m² einnimmt und höher als 1,5 m ist (§ 3).
- Eine Gaube vergrößert den Teil ab 2 m Höhe. Messen Sie ihren Boden mit und teilen Sie ihn nach der lichten Höhe auf (§ 4).
- Ein Balkon, eine Dachterrasse oder ein Dachgarten zählt in der Regel zu einem Viertel, höchstens zur Hälfte (§ 4).
Dachschräge und DIN 277
DIN 277 kennt keine Kürzung nach der Höhe. Die Netto-Raumfläche unter der Schräge ist dort die volle Grundfläche, im Beispiel also 20 m² statt 15 m². Deshalb nennt ein Architekt für das Dachgeschoss oft eine größere Zahl als ein Mietvertrag. Fragen Sie nach, nach welcher Methode gerechnet wurde.
Was Squaremetry rechnet
Der Rechner oben nutzt dieselbe Rechenregel wie der Editor: das Regelwerk de-woflv-2004 0.3.0 der Wohnflächenverordnung. Die Zonen rechnet er aus Kniestock und Neigung oder aus Ihren gemessenen Abständen; was davon voll, halb oder nicht zählt, entscheidet allein die Rechenregel.
Die Regeln sind unsere eigene Zusammenfassung der Verordnung und werden noch von einer Fachperson geprüft. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.
Abbildung 1. Eine Etage von 7,5 × 5 m. Die Räume sind zusammen 37,5 m².
Quellen
- Verordnung zur Berechnung der Wohnfläche (Wohnflächenverordnung, WoFlV) vom 25. November 2003, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · Mit der Quelle abgeglichen am 27. September 2026
Über diese Seite · Geschrieben vom Squaremetry-Team, auf Grundlage von Verordnung zur Berechnung der Wohnfläche (Wohnflächenverordnung, WoFlV) vom 25. November 2003. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026. Sie haben einen Fehler gefunden? Schreiben Sie uns.